Das Spurenelement Eisen – Ein Superheld für Euer Kind!
Ein Hirse-Linsen-Hafer-Bratling
kombiniert mit Humus und Vitamin C
reicher Tomate liefert viel Eisen für Euer Baby.

Vorneweg: ein Artikel, den ich sehr zu lesen empfehle, mit dem Titel „Stillen und Beikost nach Bedarf: Besteht ein Risiko für Eisenmangelanämie nach 6 Monaten“ ist auf Still-lexikon.de zu finden. Er vermittelt einen sehr guten Überblick über das Thema und liefert dazu noch einige Informationen, die mir ein erstauntes „Ach was“ entlockt haben. Jedoch ist der Beitrag aus dem Jahr 2019 und somit gibt es aktuellere Forschungsarbeiten. Außerdem behandelt er das Thema BLW, also Baby Led Weaning nur am Rande. Deswegen habe ich mich entschieden, einen eigenen Blogbeitrag zu Stillen in Kombination mit BLW und einem eventuell damit verbundenen Risiko für Eisenmangel bei Säuglingen und Kleinkindern zu schreiben.
Spurenelement Eisen – Superheld für Euer Kind
Bevor wir klären, ob Stillen und / oder Baby Lead Weaning das Risiko für einen Eisenmangel erhöhen können, sollten wir uns erst einmal anschauen, was Eisen eigentlich ist. Die meisten Menschen kennen Eisen als festes, schweres Metall, z. B. in Form von Gusseisenpfannen. Und tatsächlich ist das Eisen, welches wir durch die Nahrung aufnehmen müssen, das selbe Element. Nur eben in sehr kleinen Einheiten. Dieses Eisen ist ein sogenanntes essenzielles Spurenelement. Die Spurenelemente zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur in sehr geringen Mengen, also in Spuren im menschlichen Körper vorkommen. Eisen, genauso wie andere Spurenelemente z. B. Jod, Zink oder Selen, können nicht von unseren Körpern selbst gebildet werden, sondern wir müssen sie über die Nahrung aufnehmen. Kinder (und auch Erwachsene) brauchen Eisen für die Bildung roter Blutkörperchen, ein intaktes Immunsystem, für die kognitive (also geistige) Entwicklung und um den richtigen Sauerstoffgehalt im Blut zu erhalten.
In den ersten Lebensmonaten zehren Neugeborene von dem Eisen, dass sich im letzten Trimenon im Mutterleib in ihrem Körper angesammelt hat. Erst nach und nach leert sich der Eisenspeicher. Die meisten Quellen nennen ein Alter von sechs Monaten, ab welchem eine Abnahme der Eisenkonzentration messbar wird (vgl. z. B. Cichero, 2016). Weil Säuglinge und Kleinkinder schnell wachsen und sich ihr Gehirn in rasantem Maße entwickelt, haben sie einen hohen Bedarf an dem Spurenelement. Die aktuelle Zufuhrempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE liegt für Säuglinge, die zwischen 4 und 12 Monaten alt sind bei 11 mg Eisen pro Tag. Danach, also für Kinder zwischen 1 und 4 Jahren werden täglich 7 mg Eisen empfohlen.
Was passiert bei Eisenmangel?
Bei einem Eisenmangel fehlt dem Körper das Spurenelement Eisen. Oft hat dies zunächst keine sichtbaren Auswirkungen. Jedoch führt ein Eisenmangel zu einer geringeren Verfügbarkeit von Sauerstoff im gesamten Körper. Die DGE schreibt dazu: „Eisenmangel kann die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, die Wärmeregulation des Körpers stören und die Infektanfälligkeit erhöhen. Eine dauerhaft erniedrigte Eisenzufuhr führt zu Blutarmut.“ In diesem Fall, also einem fortgeschrittenen Mangel an Eisen, wird auch von einer Eisenmangelanämie gesprochen. Die American Society of Hematology (Hämatologen sind Fachärzte für die Behandlung von Blutkrankheiten) gibt folgende Anzeichen und Symptome für eine Eisenmangelanämie an:
- Blässe oder fahle gelbliche Haut
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Schnelle Atemlosigkeit, v. a. bei Anstrengung
- Schwäche
- Herzrasen
- Hämmern oder Pochen in den Ohren
- Kopfschmerzen
- Pagophagie: Starkes Verlangen nach Eis oder lehmigem Gestein (Ja, Leute die an Pagophagie leiden, möchten gerne an gefrorenem Wasser oder Steinen lutschen)
- Wunde Zunge und Mundwinkel
- Brüchige Nägel und Haarausfall
Außerdem wird ein Eisenmangel in manchen Beobachtungsstudien mit einer Verzögerung der kognitiven und körperlichen Entwicklung assoziiert. (z. B. Zheng, Liu und Yang 2021). Jedoch muss auch dazu gesagt werden, dass solche Beobachtungsstudien in der Regel keine kausalen Zusammenhänge zeigen können. Das bedeutet: möglicherweise stehen Eisenmangel und Verzögerungen in der Entwicklung in einem Zusammenhang, ohne dass der Eisenmangel kausal für diese Verzögerungen verantwortlich ist. Solche Beobachtungsstudien werden meistens in Ländern des globalen Südens durchgeführt, wo der Ernährungszustand und die Nährstoffversorgung insgesamt oft schlechter sind, als in westlichen Ländern. Das sollte man im Hinterkopf behalten. Trotzdem scheint gerade eine negative Auswirkung von zu wenig Eisen auf die kognitive Entwicklung von Kindern plausibel. Denn Eisen ist am Energiestoffwechsel von Neuronen (das sind unsere Gehirnzellen) beteiligt, z. B. bei der Produktion von Neurotransmittern oder der Bildung von Synapsen (Kontaktpunkte zwischen den Nervenzellen). Es wäre also nachvollziehbar, wenn ein Mangel an Eisen die Bildung dieser Kontaktpunkte behindert.
Welche Babys sind besonders gefährdet, einen Eisenmangel oder eine Eisenmangelanämie zu entwickeln?
Es gibt verschiedene Faktoren, die den Eisenspeicher von Neugeborenen und Säuglingen beeinflussen:
- Das Geburtsgewicht: Neugeborene mit einem geringen Geburtsgewicht haben einerseits einen geringeren Eisenvorrat, wenn sie auf die Welt kommen. Andererseits wachsen sie in der Regel in den ersten Lebensmonaten schneller, als anderer Babys, so dass ihr Bedarf an Eisen höher ist.
- Infektionskrankheiten / Entzündliche Krankheiten: Infekte, wie Erkältungen, aber auch chronische Entzündungen können den Eisenspeicher von Kindern beeinträchtigen. In einer Veröffentlichung der National Library of Medicine heißt es dazu „iron deficiency during pregnancy increases the risk of atopic diseases in children, while both children and adults with allergy are more likely to have anemia“. Frei übersetzt bedeutet das, dass Föten, die während der Schwangerschaft mit zu wenig Eisen versorgt waren, ein höheres Risiko für atopische Erkrankungen, wie Asthma, Allergien oder Neurodermitis aufweisen und gleichzeitig Kinder mit Allergien mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einen Eisenmangel entwickeln (Roth-Walter, 2022).
- Art der Entbindung: Im Schnitt haben Kinder, die durch einen Kaiserschnitt zur Welt kommen, einen geringeren Eisenvorrat, als bei einer Spontangeburt. Hier scheint aber vor allem eine Rolle zu spielen, dass Kaiserschnitt-Babys oft früher abgenabelt werden.
- Zeitpunkt der Abnabelung: Wird die Nabelschnur für mindestens 60 Sekunden nach der Geburt nicht durchtrennt, geht eine erhebliche Menge des Bluts, welches zuvor in der Plazenta gespeichert war, auf das Neugeborene über. Das führt zu einem höheren Eisenspeicher im Vergleich zu einer schnell durchtrennten Nabelschnur (vgl. Bruckner et al. 2021). Das sogenannte Auspulsierenlassen der Nabelschnur kann sich also lohnen. Cernadas schreibt dazu, dass der Eisenspeicher, der so beim Neugeborenen aufgebaut wird, für die ersten sechs Lebensmonate ausreicht, ggf. sogar bis nach den ersten Geburstag (Cernadas, 2017).
Stillen versus Formula-Nahrung
Auch die Zeit nach der Entbindung scheint einen Einfluss auf die Versorgung von Babys mit Eisen zu haben: Säuglingsnahrung, wie sie in der Drogerie oder im Supermarkt zu finden ist, enthält zugesetztes Eisen. Eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2021 kommt zu dem Schluss, dass Säuglinge, die ausschließlich Säuglingsnahrung erhalten, ein deutlich geringeres Risiko haben, einen Eisenmangel zu erleiden, als gestillte Babys (vgl. Abrams, Hampton und Finn, 2021). Das könnte daran liegen, dass der Eisengehalt von Muttermilch sehr gering ist. In anderen Ländern gibt es daher Empfehlungen, gestillte Kinder ab dem vierten Monat mit Eisen zu supplementieren (z. B. in den USA vgl. Baker und Greer, seit 2010). In Deutschland gibt es keine derartige Empfehlung, aber Kinderärzte und -ärztinnen sind dazu angehalten, auf eine Beikosteinführung ab dem 6. Monat hinzuweisen. Die Europäische Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (ESPGHAN) rät sogar deutlich davon ab, die Einführung von Beikost erst nach Vollendung des 6. Lebensmonats zu beginnen. Die Gesellschaft empfiehlt eine Zuführung von Eisen durch Supplemente bei Säuglingen jedoch nur, wenn eine Eisenmangelanämie nachgewiesen wurde. Sie weißt außerdem, vor allem bei gestillten Säuglingen, auf die Wichtigkeit einer adäquaten Eisenzufuhr durch die Beikost hin (Fewtrell et al. 2017).
Erhöht Baby Led Weaning das Risiko für eine Eisenmangelanämie?
Klassischerweise werden die meisten Babys mit Brei an „feste“ Nahrung heran-geführt. In der Regel starten die Eltern mit Gemüsebrei, der nach zwei bis drei Wochen durch Fleisch ergänzt wird. Die DGE schreibt dazu: „Der erste Brei ist i. d. R. der Gemüse-Kartoffel-Fleisch/Fisch-Brei, welcher einen hohen Anteil an Hämeisen mit guter Bioverfügbarkeit enthält.“ Hämeisen kommt vor allem in tierischen Lebensmitteln vor und ist für den menschlichen Organismus besser aufnehmbar, als Nicht-Hämeisen, welches sich in vor allem in bestimmten pflanzlichen Lebensmittel findet. Der Breifahrplan, mit dem die Beikost eingeführt wird ist dabei in der Regel so aufgebaut, dass der Säugling alle wichtigen Nährstoffe und Spurenelemente – auch Eisen – in ausreichender Menge erhalten kann.
Und hier kommen wir zum Baby Led Weaning, also der Idee, dass das Kind selbstbestimmt bei den Erwachsenen mitisst, anstatt mit Brei von den Eltern gefüttert zu werden. Das heißt: Eltern geben ihren Kindern ein Angebot an säuglingsgerechnter Nahrung z. B. gedünstetes Obst oder Gemüse, weiche Pfannkuchen oder auch Haferbrei. Jedoch sollen die Kinder das Essen selbst entdecken und es mit allen Sinnen erfahren dürfen. Und hier liegt – zumindestens hinsichtlich der Eisenzufuhr – ein Problem.
Wenn ich an die ersten Monate denke, in denen unser Kind das Essen für sich entdeckt hat, ist relativ wenig Nahrung in seinem Mund und vermutlich noch weniger in seinem Magen gelandet. Und wenn doch, war dies am wahrscheinlichs-ten ein Stück Obst (Blaubeeren!) oder Gemüse (Brokkoli!). Fleisch und Fisch hat unser Sohn zu Beginn so gut wie nicht angenommen.
Eine Literaturanalyse aus dem Jahr 2019 fasst neun Studien, die zwischen 2013 und 2018 zur Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern mit Baby Led Weaning erschienen sind, zusammen und kommt zu einem Ergebnis, welches meine Erfahrung ziemlich gut widerspiegelt: Zwar nehmen BLW-Säuglinge eher eine größere Vielfalt an Nährstoffen auf, als mit Brei gefütterte Babys. Vor allem die Aufnahme von Ballaststoffe, Gesamtfett, und der prozentuale Anteil der Energie aus Fett und gesättigten Fettsäuren ist bei BLW-Kindern höher. Im Gegensatz dazu nehmen Kinder mit Breifütterung jedoch im Schnitt mehr Eisen, Zink, Vitamin B12, Vitamin C, Ballaststoffe und Kalzium zu sich (Utami und Wanda 2019). Eine Untersuchung aus dem Jahr 2015 kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass BLW-Kinder im Alter von 6-8 Monaten nicht einmal halb so viel Eisen über die Nahrung aufnehmen, wie mit Brei gefütterte Säuglinge (Morrison et al. 2015). Allerdings gibt es auch Hinweise darauf, dass der Wissensstand der Eltern einen Unterschied machen kann: So zeigen 105 Kleinkinder, die mit BLW ernährt werden in einer randomisierten Kontrollstudie keine Unterschiede in der Eisenversorgung zu 101 „Breikindern“, wenn deren Eltern zu möglichem Eisenmangel sensibilisiert, informiert und geschult worden sind (Daniels et al. 2018).
Wie kann nun die Eisenaufnahme bei Baby Led Weaning verbessert werden?
Es gibt einige Dinge, die Eltern beachten können, um die Eisenaufnahme ihrer Kinder zu verbessern: Der erste Punkt liegt wohl auf der Hand: Wählt eisenreiche Lebensmittel aus.
Hier findet Ihr einige Beispiele ( zur Erinnerung, für Kinder ab 1 gelten 7 mg Eisen pro Tag als Zufuhrempfehlung):
- Sesam (10mg / 100g) und Cashews (6,3 mg / 100g) – für Babys aber unbedingt als Mus oder z. B. ganz fein gemahlen im Müsli
- Haferflocken (4,5mg / 100g), am besten über Nacht eingeweicht, um die Verfügbarkeit des Eisens zu erhöhen
- Linsen (8mg / 100g) – Probier z. B. einmal Linsenwaffeln statt Reiswaffeln als Snack oder Nudeln aus roten Linsen statt Weizennudeln
- Tofu (5,4mg/100g) – Hier kannst Du nachlesen, warum Tofu und Co. auch unabhängig vom Eisengehalt eine gute Wahl für Dein Baby sind
- Rindfleisch (3mg/100g), gar nicht mal so viel Eisen, aber dafür mit hoher Bioverfügbarkeit
- Hirse (3,5mg/100g)
- Kichererbsen (6mg / 100mg getrocknet) z. B. als Humus
- Petersilie (6,2mg /100mg)
Ein weiterer Tipp ist, Eisen immer mit Vitamin C zu kombinieren: Eisen, vor allem aus pflanzlichen Quellen, kann vom Körper besser aufgenommen werden, wenn es mit Vitamin C zu sich genommen wird. Deswegen ist es sinnvoll, die Mahlzeit z. B. mit etwas Limetten- oder Zitronensaft zu beträufeln. Da Vitamin C nicht hitzebeständig ist, bitte erst über das Essen geben, wenn es etwas abgekühlt ist. Alternativ kannst Du Deinem Kind nach dem Essen auch einfach etwas Vitamin C-reiches Obst anbieten. Dazu zählen z. B. Kiwis, Orangen oder Erdbeeren. Auch rohes Gemüse wie Paprika oder Tomaten enthalten viel Vitamin C. Dazu noch ein Hinweis: Obst und Gemüse in Quetschies oder z. B. gekauftes Apfelmus zählen nicht. Wie schon erwähnt, ist das Vitamin C nicht hitzebeständig und somit wird es bei der Verarbeitung komplett zerstört. Wählt also wirklich frisches, unverarbeitetes Obst und Gemüse.
Außerdem wichtig: Eisen nicht mit Milch(produkten) kombinieren: Das Calcium in der Milch hemmt die Aufnahme von Eisen aus der Muttermilch, aber auch aus der Nahrung. Deswegen gilt: Serviert Ihr eine eisenreiche Mahlzeit, verzichtet lieber auf die gleichzeitige Gabe von Milchprodukten wie Joghurt, Käse oder Quark. Gute Alternativen dazu können Produkte auf Basis von Soja oder Erbsen sein, die zudem noch selbst Eisen enthalten. Z. B. könnt Ihr das morgendliche Müsli mit Soja-Joghurt anrühren, statt mit Joghurt aus Kuhmilch.
Und noch etwas: Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, ab und zu auf eisenhaltigen Brei zurückgreifen (kann man auch selbst herstellen) und diesen mit dem Löffel zu füttern. Vor allem wenn Dein Kind sich sehr schwer tut, eisenhaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen und sich wie meins zeitweise zu 90% von Blaubeeren ernährt, kann es eine Überlegung wert sein, ab und zu ein Gläschen mit Fleisch oder Fisch zuzufüttern oder eben selbst einen eisenreichen Brei herzustellen.
Bitte nicht auf eigene Faust einen vermeintlichen Eisenmangel behandeln!
Wenn Ihr nun vermutet, dass Euer Kind an einem Eisenmangel leiden könnte, geht bitte nicht einfach zur Drogerie oder zur Apotheke und holt Euch auf Verdacht irgendein Präparat oder Nahrungsergänzungsmittel. Die Stiftung Warentest hat im Mai 2025 über 30 Eisenpräpate getestet. Auf der Website ist dazu zu lesen: „Niemand sollte die Mittel auf eigene Faust schlucken – es besteht das Risiko, zu viel von dem Spurenelement Eisen aufzunehmen. Stellen aber ein Arzt oder eine Ärztin einen Eisenmangel fest, sind 12 der Eisen-Präparate im Test zur Behandlung geeignet“ und „Wer zu viel Eisen zuführt, riskiert Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und auf Dauer gesundheitliche Schäden bis hin zu Krebserkrankungen und Diabetes“ (!!!).
Treffen auf Euer Kind also z. B. Punkte wie frühe Abnabelung, niedriges Geburtsgewicht oder chronische Entzündungen zu und denkt ihr, dass einige der oben genannten Symptome bei Eurem Baby zu beobachten sind, dann klärt das bitte zunächst mit Eurem Kinderarzt oder Eurer Kinderärztin ab. Bei Bedarf, können dann der Eisengehalt und -speicher im Blut gemessen werden. Interessant ist dazu übrigens auch, dass der Körper die Eisenaufnahme aus der Nahrung ein Stück weit steuern kann. Ist der Eisenspeicher voll, wird einfach weniger davon aufgenommen. Bei künstlich zugeführtem Eisen durch Präparate funktioniert das leider nicht.
Und zuletzt noch einige Ideen für eine Extraportion Eisen in Baby-gerechten Portionen:
- Eine Scheibe Dinkelbrot mit Hummus (ca. 4 mg Eisen)
- Hirse-Hafer-Linsen-Bratlinge: 100gr Hirse und 100gr rote Linsen garen, mit 50gr Haferflocken und 25gr Petersilie vermischen und Bratlinge formen. Bei 8 Stück etwa 2,3 mg Eisen pro Bratling
- Hirse-Hafer-Auflauf mit Birnen
- Vollkorn-Nudeln mit Petersilien-Basilikum-Pesto (bei 50 gr Nudeln etwa 1,5 mg Eisen pro Portion)
- Tofu-Bällchen: 100gr Tofu, 75 gr gekochte Hirse, 1 EL Sesammus und nach belieben Kräuter und Gewürze vermischen, zu Bällchen formen und braten. Bei 6 Stück etwa 1 mg Eisen pro Bällchen
Du hast Fragen zu dem Artikel? Etwas ist Deiner Meinung nach nicht richtig dargestellt oder falsch zitiert? Du hast Anregungen zu weiteren Themen? Lass es mich gerne wissen 🙂 !
Und noch ein Hinweis: Wenn Du Dir unsicher bist, wie Du Dein Kind ernähren sollst, suche Dir Hilfe bei kompetentem Fachpersonal, wie z. B. Deiner Kinderarztpraxis. Dieser Blogartikel dient Dir dabei lediglich als Informationsquelle und ersetzt keine Beratung durch ausgebildetes medizinisches Personal.
Quellen:
American Society of Hematology (Abruf 12/2025): https://www.hematology.org/education/patients/anemia/iron-deficiency
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Abruf 12/2025): https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen
Abrams, S.A. ∙ Hampton, J.C. ∙ Finn, K.L. (2021):A substantial proportion of 6- to 12-month-old infants have calculated daily absorbed iron below recommendations, especially those who are breastfed, in: J Pediatrics. 2021; 231:36-42
Baker, R.D. ∙ Greer, F.R. (2010): American Pediatrics Committee on Nutrition. Clinical report—Diagnosis and prevention of iron deficiency iron-deficiency anemia in infants and young children (0-3 years of age), in: Pediatrics. 2010; 126:1040-1050
Bruckner, M., Katheria, A. C. & Schmölzer, G. M. (2021): Delayed cord clamping in healthy term infants: more harm or good?, in: Semin Fetal Neonatal Med.26, 101221.
Ceriani Cernadas JM. (2017): Timing of umbilical cord clamping of term infants in: Arch Argent Pediatr 2017;115(2):188-194.
J.A.Y. Cichero (2016): Introducing solid foods using baby-led weaning vs. spoon-feeding: a focus on oral development, nutrient intake and quality of research to bring balance to the debate, in:
Br Nutr Found Nutr Bull, 41 (2016), pp. 72-77
Daniels L, Taylor RW, Williams SM, et al (2018): Impact of a modified version of baby-led weaning on iron intake and status: a randomised controlled trial, in: BMJ Open 2018;8:e019036. doi: 10.1136/bmjopen-2017-019036
Fewtrell M, Bronsky J, Campoy C, Domellöf M, Embleton N, Fidler Mis N, Hojsak I, Hulst JM, Indrio F, Lapillonne A, Molgaard C: Complementary Feeding (2017): A Position Paper by the European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology, and Nutrition (ESPGHAN) Committee on Nutrition. J Pediatr Gastroenterol Nutr 2017;64:119–132.
Roth-Walter, F. (2022): Iron-Deficiency in Atopic Diseases: Innate Immune Priming by Allergens and Siderophores, in PubMed Central, doi: 10.3389/falgy.2022.859922
A. F. Utami and D. Wanda (2019): Is the baby-led weaning approach an effective choice for introducing first foods? A literature review, in; Enfermeria Clinica Vol. 29, Number S2, p. 87-95.

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